haus Loe

Von und zum LOE (Die Seite ist in Arbeit..)

 

Einer der letzten Besitzer, ein Freiherr von Krane, verheiratet mit Maria Anna von Wiedenbrück, (zu Wiedenbrück siehe weiter unten, Vermutungen zu Judith und Die Sage von der wilden Hummel) schrieb (angeblich) 1810 eine "Familiengeschichte" des Hauses, hier genannt Laer. Die Zeichnung ist (wahrscheinlich nicht) aus diesem Buch "Führe uns nicht in Versuchung".

Allerdings ist dieser Mann bereits 1795 tot...Und hieß auch nicht Friedrich.

(Linie zu Matena:

12). (ab S.575) Johann Franz Xaver Moritz , Erbherr zu Matena , Erbsälzer z . , geb . 1753, heurathet 1775 Maria Anna Freiin von Wydenbrück-Loë, Stiftsdame zu Flaesheim (geb . 1754, ſtirbt 1833). Johann Franz wurde 1795 in ſeinem Forſte erſchlagen gefunden .)

Zitiert aus: "Rheinischer Antiquarius, 1863", hier ein Autor aus der Familie v. Krane, möglicherwiese ein "Friedrich"....(s.u.). Dieser Autor führt für die Zeit um 1800 nicht einen einzigen "Friedrich" bei den Ahnen und in seiner Familie auf. 

Das erwähnte "Matena" ist nicht das Marler Matena, sondern ein Gut in der Umgebung von Werl. 

Das Datum 1810 der Familiengeschichte  ist noch aus aus anderem Grunde wahrscheinlich falsch: 

Unter dem Stichwort "Friedrich von Krane - Führe uns nicht in Versuchung" findet man bei googlebooks mehrere Eintragungen, unter anderem die hier zitierte. Die unten erwähnte Veröffentlichung des "Friedrich von Krane" ist aus dem Jahre 1873! Also nicht 1810!

 

(Ich frage mich manchmal, woher die Marler "Heimatforscher" all diese Falschinformationen bekommen haben. Es ist ja nicht die einzige... Als ich in der Stadtbibliothek nach dem Buch von 1810 gefragt hatte, und die Bibliothekarin die "Suchfunktion" betätigt hatte, war nach ein bis zwei Wochen die Antwort: Das Buch gibt es nicht, es ist nirgendwo zu finden...Natürlich, es ist nicht von 1810.KM)

Dieser "Friedrich von Krane" war ein hoher preußischer Offizier. Er hat einige damals bekannte Bücher über "Pferdezucht und Ausbildung" veröffentlicht und ebenfalls über Westfälische (Adels-)Familien romanhaft geschrieben. Zu finden ist er unter anderem bei google, genwiki, u.a., er ist bereits 1874 gestorben.

Die Zeichnung ist nicht aus dem Buch...

Nachgewiesen auch durch Ausgrabungen 1968 (siehe weiter unten die Skizzen des Ausgräbers):

An der heutigen Hagenstraße/Rappaportstraße stand das Haus (Strevelze-) Loe,welches 1864 vom letzten Besitzer, dem Herzog von Arenberg, abgerissen worden ist...

Erklärungen: Die Skizze zeigt die Lage der "Tiefenburg" Haus Loe (1864 abgerissen vom letzten Besitzer Herzog von Arenberg): 

Bungert ist ein Garten mit Obstbäumen, Hagen ist ein Waldstück (auf einem Wall), Haus-Gräfte ist der große Wassergraben gefüllt durch den Dümmerbach, Baut bedeutet Bauernhof/Landwirtschaft für die unmittelbare Versorgung des Hauses. Zwischen dem Baut und der (heutigen) Berufsschule erkennt man den Alten Loeweg. Dieser führte zum Dorf bzw. zur St.Georg-Kirche in Alt-Marl. Aus dem Schafstall auf der anderen Seite der Hagenstraße wurde ein Forsthaus. Heute stehen dort an der Bergstraße Wohnungen für Senioren.

Auf dem gesamten ehemaligen Gebiet des Schlosses findet man seit 2017 die (neuen) Fußballplätze des FC Marl in der Nachbarschaft der beiden Gymnasien. Das Schloss/die Burg ist vom damaligen (Neu-)Besitzer Herzog von Arenberg nach 1863 abgerissen worden, die Reste wurden verkauft, einen Denkmalschutz gab es nicht.

(KM, Einiges aus: Marler Jahrbuch 1987: Artikel: Pfeiffer,H./Winter,A.,S.9-61)

Das Forsthaus war der ehemalige Schafstall (s.o.) des Hauses Loe.


Unten: 2 Karten, in die nachträglich der Grundbesitz (Hovessaat und Markenbesitz) des Hauses Loe eingezeichnet wurde.

(aus: Schäpers, H., Verfall und Ende des Rittergutes Loe bei Marl, in: Vestisches Jahrbuch 1955, S. 115 und 116, auch in der Werkszeitschrift der damaligen CWH: "Der Lichtbogen" 1956, Heft 6, S.88/89)

Oben: Der Besitz vor 1826. Mehr als 2300 Morgen.

Unten: nach 1826. Keine 1000 Morgen. 

Vor 1826:

Nach 1826


1930 am 4.3. veröffentlicht die "Volkszeitung für das Amt Marl" eine Verkaufsanzeige aus dem "Argus" vom 5.8. 1808, Nr. 125, Anzeige vom 5.7.1808.

Objekt war das "Haus Loe ...und die Rechte, die dem Adelssitz zustanden." 

Das Haus war zu diesem Zeitpunkt "allodial", also freies Eigentum (kein Lehen).

Interessant für die möglichen Käufer waren zudem die "Gerechtsame", d.h. die Rechte z.B. den Pfarrer und die beiden Vikare der Pfarrei (Marl) einzusetzen, das Richteramt der z.B Drewer Mark (hier: Dreier), dazu natürlich der Grundbesitz, Fischerei- und Jagdrechte etc.

aus: Volkszeitung für das Amt Marl 4.3.1930, gefunden und überlassen von G. Eiben


Unten: H.Schäpers in: Lichtbogen 1956,  Heft 6, S.88/89



Diese Luftbilder unten zeigen eine Wahrscheinlichkeit:

Gab es zwei Häuser Loe? Hier könnte das Haus Beck-Loe gestanden haben.

Die Loemühle seit mindestens 1230, ursprünglich Regenboging, ab ca.1600 Loh-(Wald)-mühle (siehe die obere Karte oben rechts, grüner Unterstrich). Heute ein Hotel.

Das Wappen (zwei Crampen) bezieht sich auf die Vereinigung des Hauses Loe mit dem Haus Loe-Dorneburg, ein Vetter heiratet die Erbin von Loe Ende des 16.Jhts.


Unten: Die Ausgrabung 1968:

Reste einer früheren der Burganlage weisen auf das frühe 12. Jahrhundert hin, von einer Burg kann aber m.E. nicht die Rede sein. Recklinghausen zum Beispiel hatte vor 1179 keine Burg (castrum), sondern eine curtis, also einen Gutshof mit einer Befestigung. In Recklinghausen gab es zwei Oberhöfe, nämlich Recklinghausen (Marktplatz) und Heldringhausen (Viehtor).(Nach: Burghardt/Siekmann, Recklinghausen. Eine kleine Stadtgeschichte, RE 1971, S.17). 

 

In Marl gab es wahrscheinlich zunächst eher eine Motte zum Schutz, das ist eine Art bewohnbarer Turm auf einem künstlichen Hügel mit einer Befestigung, einem Graben und einer Palisade.  (Siehe weiter unten).


Oben: Stadtarchiv Marl, Bestand Haus Loe. Skizze des Ausgräbers Vor der Wülbecke mit Zuordnungen der Räume aufgrund der Grabungsergebnisse. Der Brand war 1776, zwei Türme fielen ihm zum Opfer, auch ein Teil des dritten Turmes.(Marler Jahrbuch 1987, S.52)

Unten der Nachbau einer Motte (2010): 

1: Der Turm steht auf einem Hügel, umringt von einem Palisadenzaun und einer "gräfte".

2: Von oben aus sieht man eine Treppe, die zur Brücke über den Graben (hier ohne Wasser) führt.

3: Die an der Außenwand "hängende" Toilette...

Diese Motte wurde errichtet in Herne anlässlich der Ausstellung "Aufruhr 1225" des Archäologischen Museums 2010 und später wieder abgebaut.

 

      Unten: Haus Lüttinghoff

Der Kasten an der Wand (unteres Bild) ist kein (Fenster-)Erker, sondern ein Abort oder Abtritt, eine Toilette also.

Sie hatte keine Wasserspülung, sondern ein Loch im Boden, genauso wie die viel später erbaute Burg "Schloss Lüttinghoff" zum Beispiel...(siehe unten)