Von und zum LOE (Die Seite ist in Arbeit..18.11.18, 25.12., 20.2.19, 13.4., 25.4., 3.5.)

unten: So soll das "Haus Loe" ausgesehen haben.

Einer der letzten Besitzer, ein Freiherr von Krane, verheiratet mit Maria von Wiedenbrück, (zu Wiedenbrück siehe weiter unten) schrieb 1810 eine "Familiengeschichte" des Hauses, hier genannt Laer. Die Zeichnung ist aus diesem Buch.

Nachgewiesen ist auch durch Ausgrabungen 1968 (siehe weiter unten die Skizzen des Ausgräbers):

An der heutigen Hagenstraße/Rappaportstraße stand das Haus (Strevelze-) Loe,welches 1864 vom letzten Besitzer, dem Herzog von Arenberg, abgerissen worden ist...

Erklärungen: Die Skizze zeigt die Lage der "Tiefenburg" Haus Loe (1864 abgerissen vom letzten Besitzer Arenberg): 

Bungert ist ein Garten mit Obstbäumen, Hagen ist ein Waldstück (auf einem Wall), Haus-Gräfte ist der große Wassergraben, Baut bedeutet Bauernhof/Landwirtschaft für die unmittelbare Versorgung des Hauses.Zwischen dem Baut und der (heutigen) Berufsschule erkennt man den Alten Loeweg. Dieser führte zum Dorf bzw. zur Kirche Alt-Marl. Aus dem Schafstall auf der anderen Seite der Hagenstraße wurde ein Forsthaus. Heute stehen dort an der Bergstraße Wohnungen für Senioren.

Auf dem gesamten Gebiet des Schlosses findet man seit 2017 die (neuen) Fußballplätze des FC Marl in der Nachbarschaft der beiden Gymnasien. Das Schloss/die Burg ist vom damaligen (Neu-)Besitzer Herzog von Arenberg nach 1863 abgerissen worden, die Reste wurden verkauft, einen Denkmalschutz gab es nicht.

(einiges aus: Marler Jahrbuch 1987: Artikel: Pfeiffer,H./Winter,A.,S.9-61)

Das Forsthaus war der ehemalige Schafstall des Hauses Loe.


Unten: 2 Karten, in die der Grundbesitz (Hovessaat) des Hauses Loe eingezeichnet wurde.

(aus: Schäpers, H., Verfall und Ende des Rittergutes Loe bei Marl, in: Vestisches Jahrbuch 1955, S. 115 und 116, auch in der Werkszeitschrift der damaligen CWH: "Der Lichtbogen" 1956, Heft 6, S.88/89)


Diese Luftbilder unten zeigen eine Wahrscheinlichkeit:

Gab es zwei Häuser Loe? Hier könnte das Haus Beck-Loe gestanden haben.

Die Loemühle seit mindestens 1230, ursprünglich Loh-(Wald)-mühle (siehe die obere Karte oben rechts, grüner Unterstrich). Heute ein Hotel. Heutiger Eigentümer: Klaeser, Herten.


Unten: Die Ausgrabung 1968:

Reste einer früheren der Burganlage weisen auf das frühe 12. Jahrhundert hin, von einer Burg kann aber m.E. nicht die Rede sein. Recklinghausen zum Beispiel hatte vor 1179 keine Burg (castrum), sondern eine curtis, also einen Gutshof mit einer Befestigung. In Recklinghausen gab es zwei Oberhöfe, nämlich Recklinghausen (Marktplatz) und Heldringhausen (Viehtor).(Nach: Burghardt/Siekmann, Recklinghausen. Eine kleine Stadtgeschichte, RE 1971, S.17). 

 

In Marl gab es wahrscheinlich zunächst eher eine Motte zum Schutz, das ist eine Art bewohnbarer Turm auf einem künstlichen Hügel mit einer Befestigung, einem Graben und einer Palisade.  (Siehe weiter unten).


Oben: Stadtarchiv Marl, Bestand Haus Loe. Skizze des Ausgräbers Vor der Wülbecke mit Zuordnungen der Räume aufgrund der Grabungsergebnisse. Der Brand war 1776, zwei Türme fielen ihm zum Opfer, auch ein Teil des dritten Turmes.(Marler Jahrbuch 1987, S.52)

Unten der Nachbau einer Motte (2010): 

1: Der Turm steht auf einem Hügel, umringt von einem Palisadenzaun und einer "gräfte".

2: Von oben aus sieht man eine Treppe, die zur Brücke über den Graben (hier ohne Wasser) führt.

3: Die an der Außenwand "hängende" Toilette...

Diese Motte wurde errichtet in Herne anlässlich der Ausstellung "Aufruhr 1225" des Archäologischen Museums 2010 und später wieder abgebaut.

 

      Unten: Haus Lüttinghoff

Der Kasten an der Wand (unteres Bild) ist kein (Fenster-)Erker, sondern ein Abort oder Abtritt, eine Toilette also.

Sie hatte keine Wasserspülung, sondern ein Loch im Boden, genauso wie die viel später erbaute Burg "Schloss Lüttinghoff" zum Beispiel...(siehe unten)