Geografie historisch


1550:  Fest Reckling., Ausschnitt: Rheinlaufkarte von Caspar Vopelius, hier aus :

Thormann, H.U.(Hg.), Franken und Franzosen im Vest, Bottrop 2010, S.8.

Norden ist rechts, oben ist der Rhein, links die Ruhr und das Herzogtum (Ducat) Mark, von Marl ist nichts zu sehen.


1563: Das Feist Rekelinchuyse (Ausschnitt: Brüsseler Atlas des Chr. Sgrooten, StA. Bottrop,

aus: Thormann, H.U.(Hg.), Franken und Franzosen im Vest, Bottrop 2010, S.9


 

1756: Erzbistum (kirchlich) und Kurfürstentum Köln (weltlich) rot.

Das Vest RE oben rechts ohne Verbindung zu Köln, auch genannt "Kölschland". Die Gebiete von Kleve, Jülich , Mark und Berge liegen zwischen Köln und Recklinghausen. Dies sorgt im Laufe der Zeit für Streit und sogar kriegerische Auseinandersetzungen...


1610: (H.Gerighzoon von Assum) Das Vest RE, Ausschnitt. Norden ist rechts, der Fluss dort ist die Lippe, der Fluss links ist die Emscher, Vlaeßen ist Flaesheim, Ransdorp ist Lippramsdorf, Bolsdorp ist unbekannt, Lutkenhove ist Lüttinghoff, Polsen muss wohl nicht erklärt werden.

(Karte aus: Thormann, H.U.(Hg.), Franken und Franzosen im Vest, Bottrop 2010, S.70).


1645: (Sanson?, Die Grafschaften Mark und Kleve;  auch: Blaeu:1645,Comitatus Marchia et Ravensberg) 

aus:Thormann, H.U.(Hg.), Franken und Franzosen im Vest, Bottrop 2010, S.71


1648 (-1662) Atlas Novus von W. Janszoon /J. Blaeu; (B. Stratmann, wiki.commons): Norden (und die Lippe) sind rechts zu finden, Lohe in der Nähe der Lippe. Auch zu erkennen ist die Einteilung in Ober - und Nieder- Vest


unten: 1675: Vest RE mit Marle, (Burg oder Haus?)Lohe liegt fast an der Lippe, dazwischen gibt es  ein unbekanntes Bolsdorf. (Karte Vermessungsamt Marl. Aber die untere Quellenangabe scheint glaubwürdiger zu sein: 1785.

Gefunden in: 1000 Jahre Stadtgeschichte RE, 2017, S.19, M. Kordes)


1681 (Nicolas Sanson, Ausschnitt: Grafschaften Marck und Kleve): Das Vest RE ohne Hinweis auf Marle und (Haus) Loe, dafür aber Lutkenhove (Lüttinghoff), Polsen(Polsum) und Ham(m); 


1710: Hier gibt es zwei Mal Marle, eines sogar nördlich der Lippe...Fast an der Lippe: Lohe westlich von Ham...Vogelsang war ein Adelshaus, eine Wasserburg, steht heute in (Datteln-)Ahsen.

(Reichskreis Westfalen - "Tabula Nova Atque Exacta Westphaliae Finitimas quoque Ditiones Prafecturas et Satrapias Eleganter Comprehendens" / [Eine neue und genaue Karte von Westfalen, welche auch die benachbarten Herrschaftsgebiete, Grafschaften und Fürstentümer korrekt enthält].  lwl.org/westfälische Geschichte/vest Recklinghausen)


Hier kann man Marle und etwas östlich (rechts) Lohe, Ölde (oben, zwei Mal)) und Polsen finden. Wer genau hinguckt, findet sogar Dreber (Drewer). Dorsten und Recklinghausen sind befestigte Städte..Rechts ist die Haard zu erkennen.


1805: Der preußische Generalmajor Le Coq machte die Karte unten. Das Königreich Preußen wollte wissen, wie die Gebiete aussahen, die es als Entschädigung(1803) für die linksrheinischen Gebiete bekommen hatte (z.B.Kleve), welche Wege und Orte für seine Armeen wichtig und geeignet waren...Es ist also eine ziemlich genaue Karte des Gebietes des Vestes Recklinghausen. Der Ausschnitt zeigt auch die Marler Gegend. 1805 bezeichnet das Jahr des Endes der Vermessungsarbeiten.

MARL 1805
MARL 1805

Marl 1811, Teilung des Vestes RE in (französische) Kantone Recklinghausen und Dorsten.

Die Mairie (Bürgermeisterei) Marl hat 2756 Einwohner (Marl, Polsum, Lippe, Oelde, Sickingmühle, Hamm und Bossendorf). Zwischen Marl und Lippe gibt es am Mühlenbach eine Lohemühle. Das ist nicht die heute als Loemühle(-Hotel) bekannte Mühle...

(Thormann, H.U.(Hg.), Franken und Franzosen im Vest, Bottrop 2010, S.132)

 


Marl 1824, Ausschnitt aus dem "Parzellar- Kataster" der Gemeinde Marl im Sommer 1824, (gefunden in: Marler Jahrbuch 1992/93, S.11: G. Rath, H. Beier "Die Entwicklung des Marler Stadtkerns")

1840: Das Ruhrgebiet, wirklich nur an der Ruhr, Marl (und Umgebung) ohne Industrie.


Ausschnitt 1840, zwischen Oer und Lippe übrigens der Große Bach, heute Silvertbach und Sickingmühler Bach Es gibt eine Straße von RE nach Dorsten, die Maerl berührt...1840 gab es noch keinen Ort Huels.


 1960: Die sogenannte "Nordwanderung des Bergbaus",  das Ruhrgebiet reicht bis zur Lippe.

(Karten aus: Diercke Weltatlas)

1960: Chemie und Bergbau, Kanal und Eisenbahn, das Ruhrgebiet hat Marl erreicht.

(Die Jahre 1972 und 2015 sind das jeweilige Ende der Bergwerke, Brassert und AV sind geschlossen...)


(unten: Topografische Karte 1894, Uni.Bibliothek Münster, bearbeitet).

Marl und angrenzende Gebiete, Ausschnitt: Frentrop, Marl, Drewer, Löntrop...


Unten Ausschnitt 2 und 2a: Zwischen Löntrop und "Hüls" (seit 1910) liegt "Ovelhey" neben der Loemühle am Loemühlenbach, direkt unter "Hüls" sieht man "Drogemann", über Drewer sitzen Overbeck, Altrogge und Lechtenböhmer, unter Drewer liegen "Lauf" (bis vor kurzem (2018) noch eine Gärtnerei) und "Wellmann" an der "Langehegge".

Fortsetzung: Unten die Straße nach RE mit "Overdiek" (direkt unter Marl), Steinern Kreuz (und Schule), Kleverbeck und Matena, zwischen Marl und Drewer: "Goldberg"(Golberg), Korthausen neben Löntrop, auf der Südseite der Straße nach RE: "Kleine - und Große Ophoff" ("Kleine" ist der jüngere, "Große" der ursprüngliche Hofname), Linde und Ried mit dem heute noch existierenden Hof Heine.


Unten: Ausschnitt 3: Lenkerbeck am "Großen Bach", Hüls, Brinkfort und Brinkforts Heide, Hüls Heide, Haus Silvert am "Silvert Bach", Teile der Drewer Mark und der Haard. Nach dem Zusammenfluss von Silvert- und Loemühlenbach: "Sickingmühler Bach".


Ausschnitt 4: Frentroper Mark, Orthöven , Lippe, Ölde an der Lippe. oberhalb von Marl: Hesterkamp, später eine bekannte Schreinerei in Brassert.


Die Karte zeigt die Veränderungen nach dem 26.2.1926, für Marl z.B. die Eingemeindungen von Sinsen, Lenkerbeck Hüls u.a.. (Gefunden im Vestischen Kalender 1927, S.4)


1937. Der erste Stadtplan nach der "Stadtwerdung" 1936. Altendorf-Ulfkotte gehörte noch bis 1972 zum Amt Marl.

Marl 1937(noch kein Chemisches Werk)
Marl 1937(noch kein Chemisches Werk)

Unten: Ruhrgebiet und angrenzende Gebiete 1939: die Schwärzungen sind nach 1945 gemacht worden.


Karte des Amtes Marl, aus : Verwaltungsberichte 1945 bis 1952, (1954):

Verkehrsverhältnisse, Amts-, Gemeinde- und Stadtgebiete, Industriestandorte.

 


Unten: Marl 1937 (links) und 1952. Darunter Vergrößerung 1952: Die damalige CWH und ihre neuen Wohngebiete (Bereitschaftssiedlung zwischen Lipper Weg und Rappaportstraße)

(aus: Der Lichtbogen- Werkszeitschrift CWH, 3/1953, S.4)


Neue Wohnungen der CWH: Lichtbogen7/1954, S.3 und 4 (Sammelband: S.100 und 101)