beiträge zur marler geschichte

von klaus mohr

 

 

 (zum Autor: siehe unten)

 


Eine kurze Erklärung des Wappenbildes:

Das schwarze Kreuz (auf Silber) ist das Zeichen für das Erzbistums Köln bzw. des Kurfürsten, zu dessen Herrschaftsgebiet bis Anfang des 19. Jahrhunderts das Vest Recklinghausen gehörte ("Kölschland").

Links unten ist eine "Crampe" (auf Silber) zu sehen. Sie war ein Teil des Wappens der Adelsfamilie (von und zum) Loe und bezieht sich auf den Ursprung dieser Familie. Sie war bis Ende des 18.Jh. in Marl an der heutigen Hagenstraße ansässig.

Rechts sieht man "Schlägel und Eisen" (Silber) als Hinweis zur Bedeutung des Bergbaus für Marl. 

Das Wappen selber gibt es erst seit 1936 als Teil der "Stadtwerdung" (20.4.1936, Ehrenbürger A. Hitler).


Zur Einführung: oben links: Auf dieser Karte (1681) ist Marl noch nicht einmal zu sehen. Die damalige Historie spielt sich ab im Einflussgebiet der drei Städte Haltern (1289), Recklinghausen (1236) und Dorsten (1251).

Diese Seiten wollen die leere Stelle der Karte füllen...Siehe und Suche: im Menü/Navigation.


Warum ein marl-Archiv?

Es finden sich neue Dokumente aus der Geschichte Marls, aber auch Dokumente, die bisher verstreut in Veröffentlichungen oder auf Webseiten zu finden waren.

Wir versuchen, an Ursachen für die Entwicklung Marls bis zur heutigen Stadt zu erinnern und damit deutlicher zu machen.


Neue Beiträge und letzte Änderungen:

 

2020

zuletzt geändert am: 29.8. Erste Kartoffeln im Vest RE, LandLeben...

27.8. Verwandtschaft 2: Ergänzungen Loe und Overdyck  und Loe und Horst(GE)

12.8. Haus Loe Verkaufsanzeige 1808

27.07: Struck Erinnerung an 1945

17.06.: Freizeit 1945

8.6.: ein falscher Stadtdirektor (1955)

3.6. Foto S.Johanna Eichmann (unten).

18.5. 2 Beispiele Todesbescheinigung AV

11.05.: 1945

9.5./10.5.: Todesbescheinigungen AV, CWH, Brassert

 5.5.: Fehler beseitigt. Bilder zu Lagern...

25./26.04. Breuing und die Besetzung Marls 1945; Ergänzung Brassert

23.04. Neu: Brassert Siedlung und Zeche

18.4. Leben: Landleben: Trockenlegungen Marler Gebiet 19.jahrhundert

9.4.: Verbesserungen Loe

23.3. WK I, 1918 und Folgen (in Arbeit)

12.3.: Politik und Neubeginn (1945 ff)

10.3. Karten Ruhrkessel

27.2./28.2.20 Kriegsende in Marl 1945

8.2. siehe unten: Aktuelles

1.2.:  Synagoge RE Nov. 1938 (Foto)

28.1. und 31.1. Berthold Boldes Erinnerungen

14.1.20 Foto Karstadt 70er

1.1.2020: Ein Urteil 2008: siehe weiter unten...

 

 


Aktuelles:

Die Geschichtswerkstatt Marl arbeitet an einer Ausstellung zum Ende des II. Weltkrieges in Marl und Marler Partnerstätten.

Geplante Eröffnung: verschoben...

 

Auch aktuell:

«Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.» Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe, dann sei das die Würde des Menschen. «Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.»

Das sagt Bundestagspräsident Schäuble am 25./26. April 2020:   Was ist wichtiger als Leben? Würde.

Gibt es Würde ohne Leben?

Das setzt ja wohl voraus, dass irgendjemand noch lebt, der die Würde erkennt und benennt. Anscheinend sollen wohl die Richtigen überleben ...

 


Die Mitbegründerin des Jüdischen Museums in Dorsten, Schwester Johanna (Ruth) Eichmann, ist am 23. Dezember 2019 im Alter von 93 Jahren verstorben.

Ihr Vater war der Hülser Kaufmann Paul Eichmann, der erste (Ober-)Bürgermeister in Marl 1945 nach den Nazi-Bürgermeistern. Ihre Mutter Martha (als katholisch verheiratete Jüdin) war 1944 deportiert und 1945 nur knapp der Ermordung entkommen.


Der Autor:

Klaus Mohr arbeitete bis 2017 im Schulabschlussbereich der insel-vhs marl als Lehrer für Deutsch und Geschichte. Zwischen 1986 und 1994 arbeitete er als "Historiker der Stadt" und veröffentlichte zusammen mit Anderen  2 Bände über die Geschichte Marls: U. Brack(Hg.), Herrschaft und Verfolgung, (1987), sowie  U. Brack/K. Mohr (Hg.), Neubeginn und Wiederaufbau,(2. Aufl.2012), beide erschienen im Klartextverlag Essen.

Unten: Ebenfalls 2012: "Jüdische Menschen in Marl"...


Kursleiter und Historiker stellt sein Buch über die Marler Judaica vor
Kursleiter und Historiker stellt sein Buch über die Marler Judaica vor

Klaus Mohr: "Sowas passiert in Deutschland nicht". Jüdische Menschen in Marl. Essen 2012. (im Buchhandel nicht mehr erhältlich. Informationen aber auf dieser Webseite unter: Judaica.

 

Der Lehrer und Historiker Klaus Mohr stellte in der Marler Zeitung sein Buch über die jüdischen Menschen in Marl vor. Das Buch ist  eine Suche nach den Anfängen jüdischen Lebens bis zur Verfolgung, Deportation und Ermordung.

Die ersten Juden in Marl sind 1829 nachweisbar.1938 wurden die letzten Marler Juden aus der Stadt vertrieben, einer Familie glückte noch nach dem Novemberpogrom die Flucht nach Belgien. Dort wurde sie nach dem Einmarsch der Deutschen gefunden, deportiert und in Auschwitz ermordet.

1949 kehrte ein Überlebender nach Marl zurück. Das war Rolf Abrahamsohn.

Denkmal auf dem jüdischen Friedhof Recklinghausen, Nordcharweg:

Die ermordeten Juden aus dem Vest RE:

Ein Name gehört nicht hierhin: Selma Simmenauer lebte in Berlin, nicht in Marl.


Wie wichtig die Wege der Erinnerung sind, zeigt sich an diesem Artikel:

"Bis auf Rolf Abrahamson starben alle Familienmitglieder in Riga..." schreibt Herr Kappel.

Hier ist fast alles falsch: Die Familie schreibt sich AbrahamSOHN, nicht ...son. Das ist ärgerlich (2 mal), aber das kann passieren. Aber dass alle Familienmitglieder in Riga gestorben sind außer Rolf AbrahamSOHN ist falsch.

In Riga starb seine Mutter, aber sein jüngerer Bruder Norbert starb in Recklinghausen, sein älterer Bruder Hans und sein Vater Arthur starben in AUSCHWITZ. Da hat sich jemand wohl falsch erinnert, was allerdings auch die Bedeutung der richtigen Erinnerung betont. Wie soll übrigens Herr Abrahamsohn diese Erinnerungsarbeit bewerten? (KM)



Beiträge zur aktuellen Empörung über den (nie weg gewesenen) Antisemitismus:

 

Ein Beitrag eines deutschen Landgerichts: (dpa/Marler Zeitung, 20.5.2008 !!)