Ostern 1945: Kriegsende in Marl, (in Arbeit)

die Amerikaner besetzen die Stadt


Aus: Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Recklinghausen 1945-1948

(unter Aufsicht der Militärregierung)

Unten: 4.8.45: Bauausschuss der Stadt Marl zu den Zerstörungen in Marl.

CWH: 7.3%, AV 1/2: 30%, Amtsgebiet (Privathäuser Marl): ca. 15%

 


BEK. Blatt 30.11.45

Entlassungen Kreisverwaltung und Marl (Entnazifizierung)


19.10.45

unten: zur Bedeutung der Nazi-Namen der Straßen,(K. Mohr,1992, unveröffentlicht):


14.8.45


Unten: Das "Obere Militärgericht" war in Recklinghausen und verhängte auch die Todesstrafe. Datenschutz war unbekannt. Zur "Beruhigung" der Bevölkerung wurde bei manchen Tätern die Nationalität, hier: "Pole", genannt. Nicht erwähnt wurde, warum es hier überhaupt Polen gab. Allerdings wusste das sowieso jeder: Zwangsarbeiter, zivil oder militärisch, waren überall. Aber bisher waren die ja in Lagern unter strenger Bewachung untergebracht.

Hunderte von ihnen waren gestorben an Krankheiten, unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Totschlägen...

In der kollektiven Erinnerung etwas später (vielfach auch heute noch) waren es nur noch die befreiten Zwangsarbeiter, die 1945 geraubt und geplündert hatten...

 

22.1.1946


Apropos "Plündern": 6.10.45

13.10.45

auch 13.10.45

16.11.45

Unten:  die Amtsverwaltung Marl ist in den Jahren nach 1946 in Baracken untergebracht.

4.8.45


 Stadtplanung nach 1945


SPD-Stadtverband, Wahlillustrierte 1952, Stadtbürgermeister Rudi Heiland.

Vestischer Kalender 1940, S.68 ff.

von Dr.Friedrich Willeke, Amtsbürgermeister Marl. Ein Vergleich:


Die Stadtplanung Marl beruht auf den Plänen von "Rappaport" in den 20er Jahren und dem sogenannten "Marschall-Plan" in den 50er und 60er Jahren, beide waren Stadtplaner. Vergessen wird meistens, dass es in den 1940 ebenfalls Pläne gab, zum Beispiel den von Friedrich Willeke, Amtsbürgermeister in der NS-Zeit, der bereits von einer  zu schaffenden "Mitte", z.B. mit Sportzentrum für die HJ etc. sprach, an dem Ort der heutigen "Rundturnhalle".

"...Wir danken dem Führer, dass wir in seinem Reiche vor solche Probleme gestellt werden."

Dieser Dr.Willeke veröffentlicht im Vestischen Kalender 1940 einen Wirtschaftsplan, der unter anderem eine "Neue Mitte" an der Adolf-Hitler-Straße (heute Bergstraße) vorsieht. (siehe ausführlich bei "Stadtwerdung"), besonders zu erwähnen ist darin:

 

"...Der neue Bahnhof Marl, das neue Rathaus, die neue Berufsschule ist in der Planung abgeschlossen und wird mit neuem Krankenhaus und dem zentralen Jugendsportgelände der HJ starke Akzente an der Adolf-Hitler-Straße in der Nähe des ehemaligen Hauses Loe setzen..."

 

Das war die heutige Bergstraße, dort, wo heute die beiden Gymnasien,  die Berufsschule und die Rundturnhalle stehen...

 

Nachdem die Zechen seit Anfang des 20. Jahrhunderts für Zuwachs der Bevölkerung und damit verbunden neue Stadtteile, zunächst "Kolonien", gesorgt haben  - Brassert und dazu Hüls, 1926 von Recklinghausen "übernommen" -  kommt ab 1938 auch die Chemie nach Marl.


Der Lipper Weg in den 50ern.


Die Zeitschrift "Kristall" im Jahre 1955: "Marl wird die größte Stadt Europas"


aus: Der Lichtbogen 1952, Heft 2, S.6