Von Loe Verwandtschaften

Verwandtschaften am Niederrhein und an der Maas

Das Kasteel Mheer in Süd-Limburg ,NL, hat eine Crampe im Wappen und gehört einer Familie Loe, siehe auch unten, Schloss Wissen (bei Weeze, Niederrhein)

 

Christoph Freiherr von Loë war  alleiniger Erbe der Güter unter anderem zu Wissen  und Mheer. 

Er  schwor 1691 bei der klevischen Ritterschaft auf, (d.h. er sollte seine adelige Herkunft nachweisen durch Schwur). Dazu musste er unter anderem einen landtagsfähigen Rittersitz besitzen und mindestens 16 Vorfahren benennen. Von seiner Tante Christina van Imstenraedt, geb. von Loë, erbte er das Schloss Mheer in  in der niederländischen Provinz Limburg, das bis heute im Besitz einer Linie der Familie ist.

(gen.wiki/haus-Loe)

 


Der niederrheinische Zweig von Loe: Haus Wissen in der Nähe von Weeze.

Johann von Loe,

geboren (vermutlich) im Jahr 1405

als Sohn des Wessel (III) von Loe und

der Elisabeth (Elske) von Loe,

geb. v. Overhaus (Oberhausen)

Degenhardt-Bertram von Loe, geb. um 1610, gest. am 14. 06. 1689, verheiratet mit Anna Franziska, geb. Gräfin von Nesselrode.

Degenhardt-Bertram ist der erste Freiherr von Loe. Mit Dekret vom 20. 10. 1629 wurde er in den Reichsfreiherrenstand erhoben.



Johann van den Loe erwarb 1461 für 9450 Gulden Schloss Wissen im Herzogtum Kleve käuflich. Seit dieser Zeit war Schloss Wissen der Stammsitz der Familie und wurde durch den Herzog von Kleve in den Rang einer eigenen Herrschaft mit eigener Gerichtsbarkeit erhoben.

 Loe am Niederrhein: Schloss Wissen

(Bilder und Textausschnitt aus einer Familiengeschichte:

www.schloss-wissen.de/schloss/geschichte)

 

Johann wurde (vermutlich) im Jahr 1405 als Sohn des Wessel (III) von Loe und der Elisabeth (Elske) von Loe, geb. v. Overhaus auf der Loeburg im Veste Recklinghausen geboren. Seiner Initiative verdankt die Familie die „Umsiedlung“ von Westfalen an den Niederrhein.

Als Stammhalter des ursprünglichen Familienbesitzes „Loe“ in Marl bei Recklinghausen (die heute dort als Hotel noch existierende Loemühle war Teil des damaligen Besitzes) – verdingte er sich   als Amtmann beim Herzog von Kleve, in dessen Diensten er schnell zu großer Bedeutung aufstieg. Als dessen „Hofmeister“, einer Art „Innenminister“ wurde er einer seiner bedeutendsten Berater und hatte die Ehre, ihn auch bei dessen Reise in das Heilige Land begleiten zu können.

 

Johann, verheiratet mit Christina (Stine) von Eyll (in diesen frühen Zeiten ist uns das

exakte Datum der Heirat in der Regel noch nicht bekannt), war daran gelegen,

seine Familie auch in den Landen seines Dienstherren landansässig zu machen.

 

Als Vehikel hierzu diente die Hochzeit seines Sohnes Wessel (IV) mit Lysbeth von Berenbrouch (Berenbroich), Tochter des in der Region bedeutenden (Gocher) Amtmannes Luff von Berenbrouch.

 

Wessel ist einer der ältesten (und häufigsten) Vornamen unserer Familie. Nicht nur der erste Loe´sche Herr auf Wissen hieß so, wir kennen diesen Vornamen bereits aus der Zeit, als die Familie noch bei Marl auf der Loe-Burg zuhause war – die erste Erwähnung dieses Namens (der Familie) geht bereits auf das 13. Jahrhundert zurück.

Wessel (IV) wurde als (ältester?) Sohn des Johann von Loe und der Christina (Stine) von Eyll in Marl in der Nähe des heutigen Recklinghausen geboren.

 

Damit der junge Bräutigam – bis dahin im Rheinland besitzlos – seiner Braut ebenbürtig werden konnte, musste er im Herzogtum Kleve ein adäquates Gut erwerben.

 

Lisbeth von Berenbroick war die Erbtochter des bedeutenden Gocher Amtmannes Loeff von Berenbroick und dessen Frau Belia, geb. von Honseler.

Weil Wessel von Loe diese Lisbeth im Jahre 1461 heiraten wollte, die Familie von Loe trotz der Verdienste seines Vaters Johann beim Herzog von Kleve bis dahin aber linksrheinisch „unbekannt“ – will sagen nicht grundbesitzend – war, musste Wessel eine adäquate Mitgift vorweisen. So wurde im Heiratsvertrag („selbstverständlich“ damals noch von den Vätern unterschrieben) festgehalten, dass als Bedingung für die Heirat das Gut Wissen erworben werden sollte, das zu dieser Zeit gerade von der kinderlosen Witwe Anna van der Straaten veräußert wurde.

 Die Witwe des Heinrich van der Straeten, (gestorben auf einem Kreuzzug ins Heilige Land) hatte – aufgrund eigener Kinderlosigkeit – Wissen bereits verkauft, doch – in Folge ausbleibender Zahlung des Kaufpreises – wieder zurückerhalten. Nun stand Wissen erneut zum Verkauf – diesmal war Johann von Loe der Interessent...

 

(Unten rechts: Wappen Schloss Wissen, in der Mitte von und zum Loe, Marl )

Wessel v. Loe,  Schlossherr von Wissen, (1510)



In der Heiratsurkunde – welche von den beiden Vätern (!) Johann und Luff beurkundet wurde – ist festgehalten, dass die Vermählung – so wie es Juristen heute sagen würden – so lange „schwebend unwirksam sei“, wie es Johann nicht gelänge, für seinen Sohn Wissen zu erwerben.

 

Offensichtlich brauchte Johann sich um die Finanzierung des Kaufpreises-die 9250

Goldtaler stellten eine zur damaligen Zeit gewaltige Summe dar – keine Sorge zu machen.

Nur drei Monate nach Beurkundung der Vermählung wird die Begleichung des

Kaufpreises beurkundet – die Hochzeit des jungen Paares somit rechtskräftig.

Wessel wurde somit erster Loe´scher Herr auf Wissen.

 

Aus der Zeit Johanns gibt es noch ein Kuriosum besonderer Art, das der Erwähnung wert ist: Wessel hatte nämlich einen nicht-ehelichen Halbbruder, namens Brune. Dieser Brune stammte aus einer – auch nach damaligem Verständnis – illegalen Beziehung seines Vaters, so dass er auch nicht den Namen von Loe sondern („nur“) van Loe tragen durfte; immerhin aber wurde er mit einem kleinen Besitz aus dem Wissener Eigentum, dem Hof Abbrouck, belehnt.

 

Dieser Brune wurde Stammvater eines sehr weit verzweigten, überwiegend in den Niederlanden ansässigen, zahlenmäßig der Stammlinie weit überlegenen Zweig der Familie (van Loe, van de Loo, van der Loo, …), der noch heute einen sehr engen Draht

untereinander sowie zum Sitz ihres Stammvaters hält und sich in regelmäßigen

Abständen – etwa alle fünf Jahre – zu Familientagen trifft.

(Texte und Bilder aus: www.schloss/wissen.de/schloss/geschichte/)

 

 

Unten: Ausschnitt aus einem Regest über die Erbscheidung "Wissen 1575" mit Erwähnung der Anteile an den "Marlschen Gütern". Dies zeigt, dass die Familie Loe auf Schloss Wissen durchaus noch "Kontakte" in Marl hatte.

(aus: Die Urkunden desGräflichvon LoéschenArchivsvonSchloß Wissen, Regesten

BandIV:15741798 bearbeitet  DieterKastner, Bonn 2008)

 

Erklärungen: Kater sind Kotten, die zu einem Hof gehören; mit Hupsycken ist Hüppelswick (Sickingmühle/Hamm) gemeint, Vonderscher Grund bezieht sich auf das Haus Vondern, zu der Zeit auch Loe-Besitz an der Emscher (gehört zum Herzogtum Kleve), in der Nähe von Osterfeld und der Knippenburg (Knyppenborch, ebenfalls zeitweise Loe);

Albus ist eine Münze, 1 G ist ein Gulden, Dlr. sind Taler;

Pröbsting ist eine Burg in der Nähe von Borken/Gemen. 

Hier ist die Verwandtschaft zwischen Wylich und Loe deutlich: Wessel von Loe hatte Gertrud von Wylich geheiratet, sie ist gemeint mit "nach dem Tod der Mutter", ihre Kinder sind die 3 Jungfern, Johann von Wylich ist verheiratet mit Elberich von Loe. 

Die genannten "Zinsen, 5 1/2 %, waren damals durchaus üblich.


(Noch in Arbeit: Vondern, Overdyck, Knippenburg, Holte u.a.)