Lebensumstände

(in Arbeit)

Aus dem Bode-Museum Berlin: 1520: Ein Prophet mit Brille (bearbeitet).


Von der Bedeutung der alten Namen:

Denar bedeutet (später) das gleiche wie Pfennig und war eine Silberwährung, von Karl d. Großen Ende des 8.Jh.s eingeführt, wobei 1 Pfund, damals ca.400 Gramm, genau 240 Denare bzw. in "Deutschland" Pfennige und 20 Schilling ergaben.

Manche Menschen erinnern sich vielleicht noch an das englische Pfund mit 240 Pence = 20 Shilling..Das war nicht nur in England so, sondern auch in z.B. Frankreich: 240 Deniers, 20 Sols/Sous, 1 Livre und kam von Lateinisch/römisch: 240 denarii gleich 20 solidi und  1 libra. (KM) . Die polnischen Zloty stammen von den Solidi ab.

 

Scheffel (auch Müdde mit anderem Maß, von modius) kann sich auf zwei unterschiedliche Maße beziehen:

Es ist zunächst ein Raummaß, das heißt, ein Behälter zum Beispiel für Getreide

(- körner), manchmal auch Sümer genannt. Allerdings war die Größe in den einzelnen Herrschaftsgebieten oder auch Städten sehr unterschiedlich. Es gab auch Unterschiede in der Berechnung der Nässe einer Getreidesorte, nasses Korn ist natürlich schwerer...abgesehen davon, dass Roggenkorn mit gleichem Volumenmaß ein anderes Gewicht ergibt als z.B. Hafer. ("Gestrichen voll" hat heute eine andere Bedeutung!)

Das Litermaß zur Zeit Karls d. Gr. des "modius publicus" (793/94) betrug (wahrscheinlich) ca. 80 l, ein damaliger Scheffel ungefähr die Hälfte, später 2 Müdde. 

 

Im Vest  galten lange mehrere Maße,  z.B. das Dorstener Urscheffelmaß mit ca. 28 Litern  und das Recklinghäuser Maß des Urscheffels mit ca.25 Litern  (nach:wiki-de.genealogy.net/Vest Recklinghausen/Maße_und_Gewichte). Auch das Waltroper Maß wurde benutzt, Abgaben  an den Kurfürst bzw. an die Horneburg wurden aber in RE-Maß umgerechnet.

Bei Schüpp (s. unten) findet man in der Anlage 2 ("Maße") 52,02 l, also  waren bei 9 Scheffeln ungefähr 250 (oder 450)  Liter Gerste, in Pfund (nach Schüpp) ca. 630, an Roggen ca. 720 abzugeben, üblicherweise "zu Martini". Das ist der 11.11.

(auch die "Martinsgänse" sollten am 11.11. abgegeben werden, deswegen heißen sie so). 

 

Den "Jacobi-Zehnten" am 25.7., Bartholomäi am 24.8. wie auch Remigii am 1.10 gab es, sowie den "Blutzehnten", z.B. ein geschlachtetes Huhn o.ä.

Ein "Rauchhuhn" ist aber kein geräuchertes Huhn, sondern bezeichnet die Abgabe für alle, die einen "Rauchfang" oder eine Herdstelle hatten.

Interessant hier ist die Abgabe von Malz (ca.350 Pfund gekeimte und wieder getrocknete Gerste), welches hier nicht für Kaffeeersatz gebraucht wurde, sondern zum Bierbrauen.

Bier aus Gerste und Malz mit Hopfen wurde erst dem 16.Jahrhundert, vorher war ein sogenanntes Keut (auch Koit) - Bier und ein Grutbier gebräuchlich. Das erstere ist ein Haferbier, und Grut - Bier ist eine Kräuterbier. Der Brauer bzw. dessen Nachkommen hießen folgerichtig "Grüter" oder auch Grütering.

(Weil dieses übrigens mit allen möglichen und erreichbaren Kräutern gebraut wurde, teilweise sogar mit Fliegenpilzen, sind die "Reinheitsgebote" seit dem 16. Jahrhundert wohl verständlich. Für "die Grut" wurde eine "Steuer" erhoben...)

 

Das zweite Maß des Scheffels bezeichnet die Größe eines Feldes oder Ackers, der mit dem Inhalt eines Scheffels bestreut, also besät werden konnte.

Ein Malter ist ein größeres Maß, bezeichnet meistens 4 Scheffel, aber auch hier gab es bedeutende Unterschiede der Berechnung. Gleichzeitig bezieht sich der Malter auf eine bestimmte Menge des gemahlenen Korns.

Diese Menge war auch die "Bezahlung", auch als Molter bezeichnet, für den Müller. Die meisten Mühlen waren sogenannte Zwangsmühlen (auch Bann-Mühlen genannt), d.h. die Bauern mussten (zwangsweise also) bei einem bestimmten Müller mahlen lassen. Die Mühle selbst gehörte dem "Grundherrn".

(vgl. auch: Witthöft, H., Maß und Markt am Hellweg, in: Vergessene Zeiten, Katalog zur Ausstellung, Bd,2, Essen 1990, S.129-134)

 

Manchmal liest man in alten Verzeichnissen über Abgaben oder Bezahlungen auch

Ort oder auch Ordt: Dies bezeichnet entweder eine Münzeinheit „ein Viertel“ einer größeren Einheit oder auch ein Viertel Volumen oder Gewicht.

Im Vestischen Lagerbuch gibt es die Bezeichnung Rort. Das ist hier Reichsort, also 1/4 Reichstaler.

Eine im Vest sehr gebräuchliche Münze war der "Stüber", bedeutet 4 Pfennige oder auch 2 Deut.

Der "Heller" (wie der Deut) ist sprichwörtlich noch bekannt, war einen halben Pfennig wert.

 

(aus: Schüpp, Norbert, Von Dörfern zur Stadt, Amt und Stadt Marl, (Diss.), 1963)


Einige Anmerkungen zu manchmal heute noch gebräuchlichen alten Namen und Ausdrücken:

Noch einmal die erste Erwähnung und weitere Erläuterungen:

 

"Dagubraht übergab/schenkte für sein Seelenheil (anima sua) in meronhlare Waltfrid und Familie, (natürlich mitsamt Hof und Boden,KM).

Diese hatte an Zins (Abgaben) zu zahlen:

9 Scheffel Gerste, 9 Scheffel Roggen, 5 Scheffel Malz und als Heerschilling 8 Denare."

 

 

Erste Erwähnung  Marls 890 bezieht sich natürlich auf die Schrift. Schon lange vorher gab es hier Siedler, die Namen geben bereits erste Hinweise: Dagubracht ist wohl fränkisch, vergleichbar auch von der Bedeutung her mit Dagobert. das waren mehrere fränkische Könige, Merowinger, Vorgänger der Karolinger.

 

Waltfrid ist demgegenüber wohl sächsisch, genauso wie meronhlare. Das bedeutet also hier: 

Ein (wahrscheinlich) fränkischer Ritter und Grundbesitzer/Eigentümer /Freier verschenkt eine sächsische Bauernfamilie, die ihm gehörte, an eine Abtei in der Nähe des späteren Essens. Er durfte es, weil ihm auch der Boden gehörte, auf dem sie lebte. Die Familie durfte den Boden nicht verlassen. Sie war also entweder eigenhörig oder grundhörig.

 Dieser Hintergrund verweist auf die sogenannten Sachsenkriege Karls d Großen (siehe unten)

 

Meronhlare (also sächsisch) wird als sumpfige Weide oder Weide (-lare) an einem Teich gedeutet. Eine andere Deutung : Die erste Silbe Mer könnte auch mit Pferch für Pferde (oder Vieh) zu tun haben (vgl. Mähre = Pferd). Die schließt eine Weide am Teich nicht aus...

Aus dem Siedlungsnamen entstanden später im Laufe der Jahrhunderte  die Namen Marlar, Maerl, Marle und schließlich Marl.

 

Ulithi ist der alte Name vom späteren (Lippe - und Wester-)Oelde. Der Name kommt von Ul- /Ol- und bedeutet "Schmutzwasser" oder Sumpf. Im Norden der früheren CWH gab es die sogenannte Oelder Brücke, heute liegt das Gebiet Oelde zwischen Lippe und Kanal auf dem Gelände des Chemieparks.

 

Weitere alte Namen auf späterem Marler Gebiet, die fast alle mit Wasser zu tun haben:

Sicking(mühle, vgl. versickern) ist eine Wasserrinne (14.Jh.),

Herne ist eine trockene Stelle im Sumpfland (Anfang 1200),

Hamm (manchmal auch Hämmken genannt) ist eine Stelle an einer Flussbiegung (hier die Lippe), ein Winkel oder Haken (13.Jh.),

Bossendorf kommt von Bodsnipi, Bodden ist der Seitenarm eines Gewässers (930),

Lenkerbeck/Lenclar/Lanklare ist die lange Weide (lar) am (Silvert-) Bach (1050),

Polsum ist ein Ort an einem Pfuhl (13.Jh.).

 

Ebenfalls zu erkennen ist diese sumpfige Umwelt an dem Namen der (alten) Schlenke-Siedlung. Schlenke bedeutet "eine gekrümmte (Wasser-)Rinne im Moor". Der "Schlenker" ist  ist bedeutungsverwandt. (Vgl. auch Dümmer, weiter unten. Das Wort kommt natürlich nicht von "dumm und dümmer".)

 

Überall also Sumpf und Wasser, Bäche und Brüche (ebenfalls Sumpf), Weide und Heide/Sand,(auch Matena gehört dazu: feuchte Wiese, heute ein Wald,  damals ein Gutshof). Nicht viel anders sah es in ganz Norddeutschland aus, es war kein gutes Land für Bauern.

 

Ausnahmen bilden Altendorf, das alte Dorf (1150),

Frentrop/Frillingtorpe, hier wohnte (oder hat gewohnt) mindestens ein freier Mann, ein Frilling (1150),

Drewer/Drebber/Drivere, wo Vieh (in den Wald) getrieben wurde (1150), eine Bauernschaft.

Hüls (offiziell 1910), nach dem Bewuchs der Landschaft mit ilex im Gebiet eines Gutes (oder Hofes), das Northorpe im Hülse genannt wurde, im Norden von Recklinghausen, erst Löntrop, später Natrop-Hüls (12./13.Jh.)

Löntrop kommt wahrscheinlich vom Ausdruck Loh, welcher Wald bedeutet. In RE gibt es das Lohtor (im Norden, von dort aus kommt man nach Löntrop) und in Marl gab es (wie fast alle wissen), das Haus Loe mit der gleichnamigen Adelsfamilie. Auf jeden Fall müsste die Loemühle eigentlich Loh-Mühle heißen, denn sie hat ihren Namen nicht von der Familie, sondern von der Baumrinde (Eiche geschält und zermahlen), die dort verarbeitet wurde. Die gemahlene Rinde wurde zum Gerben (und als Farbe) benutzt.

 Weitere Bedeutungen von

Alten Straßen, Wege und andere Namen und Ausdrücke,

z.B

Freerbruch(-bach): freer bedeutet so viel wie frei, hier frei von zum Beispiel von „Plaggen“ brechen oder Torfstechen.

Plaggen sind z.B. Wiesenstücke, die man bei dem unfruchtbaren Sandboden benutzte (abtrug, stach), um Frucht anzubauen. Daher der Name „Plaggenbrauk“, wobei Brauk dasselbe ist wie Bruch, also ein sehr feuchtes, meistens sumpfiges Gelände, oft unter Wasser, weil der darunter liegende Tonboden verhindert, dass Wasser versickern kann.

Plaggen stach der Bauer (und nicht nur der Berechtigte) auch im Laubwald (unter den Bäumen), diese Plagge wurde als Humus auf den Feldern verteilt um den häufig vorkommenden Sandboden fruchtbar zu machen. (siehe auch unter „Wald“).

Wer dabei als Nicht-Markgenosse ertappt wurde, wurde „verbrüchtet“, das heißt er musste eine Strafe zahlen (Brüchte) oder eine „Strafarbeit“ verrichten für den „Bruch des Rechts“, mindestens aber Bäume anpflanzen, heistern oder hestern, meistens Eichen.

Daher der Name Heisterkamp(-straße, auch ein Hof); Heister sind also Schößlinge oder junge Bäume.

 

Ein Teil des Freerbruch-Baches hieß Lehmbeck(= - bach) in der Nähe der Paracelsusklinik den Bach entlang, heute Lehmbecker Pfad: hier wurde Lehm „abgebaut“ zum Wellern, d.h. Material für die Fachwerkbauten, mit Stroh vermischt um die Räume zwischen den zusammengelegten Holzpfählen zu füllen (wellern).

Der Mann, der das machte, hieß Weller oder Wellmann, der Weg, an dem er wohnte, wurde (und wird) Wellerfeldweg genannt..

 

(Das) Singelsche:

kommt von Zingel, aus dem Mittelhochdeutschen, heute noch gibt es den Ausdruck „umzingeln“, hier gemeint ist die Uferbefestigung des Freerbruchbaches um ein Abbrechen zu verhindern.

Das so benannte Gebiet des damaligen Grundstückes liegt im Bereich Breddenkampstraße / Langehegge. Diese wiederum hat ihren Namen von der zur Befestigung gepflanzten „langen Hecke“ entlang des Baches.

Breddenkamp:

Bredde bedeutet Breite und bezeichnet ein besonders breites Flurstück, in diesem Fall ein Feld (Kamp).

Schnatgang ist auch ein Ausdruck, der heute noch regelmäßig zu lesen ist: Landwirte in Marl machen diesen Gang heute um die mögliche Ernte zu „messen“. Schnat ist ursprünglich ein abgeschnittener Zweig, später auch Stein, der benutzt wurde, um eine Grenze zu kennzeichnen. Grenze meint hier Eigentumsgrenze zwischen benachbarten Dörfern, Gemeinden, Höfen bzw. zugehöriger Felder. Schnatgang ist also der Gang der Bewohner die Grenze entlang, um zu sehen, ob der Nachbar sie nicht verändert hat, um sein (Land-) Eigentum zu vergrößern…Möglicherweise auch zu verkleinern, denn der Zehnte für Kirche und Grundherrn wurde auch so an der Größe des  Acker berechnet, also abgeteilt.

 

Nonnenbusch:

im 17.Jh. gehörte dieses Gebiet zu einem Hof, der Busshove oder Buschhof hieß. Dieser war im Besitz des Augustinessenklosters St.Barbara in RE, deswegen nannte die Bevölkerung ihn bereits damals Klosterjuffernbusch; aus diesen Klosterjungfrauen wurden dann Nonnen und damit Nonnenbusch. 

 

Loestraße ist bzw. war natürlich die Straße (ursprünglich Loeweg), die von Alt-Marl und der St.Georg-Kirche zum Haus Loe führte. Das letzte Stück des Weges zum Schloss (an der heutigen Hagenstraße) heißt heute Eduard- Weitsch-Weg. Mit Hagen ist nicht der Hagen aus der Sage gemeint, sondern der (bewaldete) Wall, der das Schloss umgab.

 

Beisen kommt von Biese(n), einem Wort für ein Gewässer, verwendet für Binse, eine Pflanze (wie Schilf am Gewässer). Sie wurde zum Korbflechten benutzt. In Marl: Im Beisen, entstanden als Bergarbeiter Siedlung in Brassert.

(In der Nähe der Mollbeck liegt zwischen Korthausen und Speckhorn Beising. In Datteln gibt es die Beisenkampsiedlung, am Dortmund-Ems-Kanal. Mollbeck ist im Übrigen der Mühlenbach mit zugehörigem Teich, heute ein Freibad)

Dümmer: Ein sumpfiger flacher See ist der Ursprung des Wortes. In Marl gibt es den Dümmerbach und die die Straßennamen "Op dem Dümmer" und "Dümmer Weg". Dümmer und Beisen waren Sumpfgebiete.

(Im Norden von Meckinghofen liegt fast am Dortmund-Ems-Kanal eine Dümmersiedlung.)

 

(Es gibt übrigens noch einen Ort namens Marl in Niedersachsen, Marl-Dümmer, am Dümmersee. Nun gab es meines Wissens keinen See in Marl, aber jede Menge Sumpf, Moor und Wasser, wahrscheinlich auch Teiche. Dies zeigt erstens den Einfluss der Landschaft auf die Namensgebung und zweitens die große Ähnlichkeit der Sprache, was wiederum ein Zeichen für die Gemeinsamkeit der Menschen war und ist.)

 

Stübbenfelder Straße: Stübben sind Baumstümpfe, die nach der Rodung stehen bleiben, die kleine Straße führt durch Felder Richtung Herten am Telgenbusch vorbei.Telgen sind Eichen, (davon: Telgenbusch).

Vom Roden stammt auch der Name Rottman wie auch  die Ried (von roidt und ähnlich, damals auch ein oder mehrere Höfe oder Kotten).

Die Haard (auch Hardt) ist ein bewaldeter (kleiner) Berg, wie zum Beispiel der

Hülsberg: Hier befand sich einst die Hülsberger Mark. Eine Mark war ein Gebiet, das kein Eigentum z.B. des Grundherrn war, sondern zwischen den Markgenossen (z.B. einer Bauernschaft, aber auch der Grundherr) zur Benutzung aufgeteilt war.

Diese Teile hießen "Scharen". Benutzt wurde es zur Viehmast, meistens Schweinen. Diese wurden in den Wald getrieben und fraßen die Eicheln oder Bucheckern. Eine Mark war also ein Wald oder auch ein Weidegebiet:

„Beaufsichtigt“ wurde sie von den Erbexen, den hiesigen großen Grundherren wie (Haus) Ostendorf oder auch Loe. Das Wort kommt von Axt und bezeichnet die Berechtigung, Bäume zu fällen. Als Marken- oder Holzrichter wurden sie unterstützt von den (2)Schernern, einer Art Polizei. Es gab auch Erbscherner, nicht nur ernannte oder gewählte Scherner. (Siehe auch oben: Brüchte sowie unten: Wald)

Der Silvert-Bach hat seinen Namen von einem "Grün", also einem Waldstück in der Gegend von Sinsen, welches dem Kurfürst gehörte, an diesem Bach lag später das "Haus Silvert". Also weder Bach noch Haus sind jeweils Namensgeber.

Brink ist bzw. war ein Acker (Anger) am Rande eines Dorfes, häufig ein Hang mit schlecht zu bearbeitendem Boden, besiedelt von ärmeren Bauern (ohne Pferde). Daher der Name Brinksitzer,  auch Brinkmann, Brinkforth.

 Noch mehr Namen und ihre Herkunft:

Korthausen kommt von Konrad, abgekürzt Cordt, der hier ein Haus bzw. einen Hof hatte, „Corts Huis“, auch Kottmann und Korte,

Lueg von Ludwig,

Tewes und Thieß von Matthias,

Besten von Sebastian, Röttger von Rüdiger, (Röttgers Hof)

Dahm(s) u Dammentgen von Thomas,

Breuing und Brüning kommt von Bruno, (d.i. der “Dunkle“) und –ing bedeutet Mann, auch Nachkomme.

Schlüter ist der „Schließer“ , z.B im Gefängnis oder am Stadttor.

Drees kommt von Andreas, Schäpertöns von Anton,

Nolte von Arnold, Bendix und Bensing von Benedikt,

Gödekke von Gottfried, Vollmer kommt von Volker,

Wessel, auch Weszelus und Wetzel (vielleicht) von Werner.

Schröder (Schröter) ist ursprünglich ein Schneider, also jemand der „schneidet“, z.B. auch Silberstückchen auf „Schrot und Korn“ prüfte. (Korn ist der echte Gehalt an Edelmetall, „Feingehalt“, Schrot ist das „Raugewicht“, also mit Beimischung). Schröder hießen z.B „Amtsfrone“ 1491 und später in Oer und Polsum (vom Kurfürst eingesetzt zur Kontrolle der Abgaben etc., Fro heißt Herr).

Renneboom ist ein Grenzpfahl, ein Schlagbaum auf der Grenze, Renne ist eine Grenze.

Leppler ist ein Löffelmacher,

Hoidtmeker der Hutmacher (auch Heutmekers),

Hölscher der Holzschuhmacher,

Tegeler der Ziegelmacher(bäcker),

Leyendecker ist der Schiefer(-dach)-decker,

Plöger ist der Pflüger,

ein Hürling ist ein Heuerling, ein Tagelöhner mit einer kleinen Hütte, der auf einem Hof "angeheuert" hat.

Schürmann ist der Besitzer (oder auch ein Beauftragter des Grundherrn) einer Scheune, in der Abgaben gesammelt wurden. Die Schür ist also eine Scheune. Eine Schürenkamp-Straße gibt es in der Nähe der Langenhegge.

Spieker ist ein Speicher, ebenfalls für Abgaben, dieser gehörte einem Grundherrn (z.B. heute noch: Lippspieker in Haltern, auch Spiekermann als Name).

In Recklinghausen gibt es eine Kneipe, die Drübbelken heißt. Der Name stammt von Drubbel, eine (kleine) Ansammlung von Bauernhöfen, heute eine "Streusiedlung"